Häufig hört man als Begründung auf die Frage “Warum Google?” neben “ist eben als Standard eingestellt”, Google liefere die besten Ergebnisse. Ich muss zugeben, dass was die Ergebnisse anbelangt auch bei mir ein gewisses Grundvertrauen in Googles Algorithmus besteht. Aber heißt das automatisch, dass die Ergebnisse der anderen Anbieter (in erster Linie wohl Bing) weniger Relevant sind? Und wie definiert man Relevanz, ist das nicht ein stückweit subjektiv? Einen Weg um für sich persönlich zu definieren ob der Satz “Google liefert mir einfach die besten Ergebnisse” zutrifft, möchte ich in diesem Artikel vorstellen.
Ich hatte vor einiger Zeit ja bereits unter dem Titel “Die beste Suchmaschine findet man blind” das private Projekt eines Microsoft-Mitarbeiters vorgestellt, bei dem man einen Suchbegriff eingeben konnte und dann die Ergebnisse von Yahoo, Google und Bing bekam. Welche Ergebnisse von welcher Suchmaschine stammten, erfuhr man erst wenn man sich für eine Spalte entschieden hatte, die die “besten Ergebnisse” beinhaltet. Dabei enstanden bei reddit dann auch so tolle Kommentare wie “How can we hate on Microsoft if we don’t know which results are theirs?” oder “It’s… Yahoo… every… single… time… What is wrong with me?”.
Jetzt kommt Yahoo! ja schon seit einger Zeit mit den Ergebnissen von Bing daher, was zur Folge hat dass man mit der BlindSearch nur noch Google und Bing vergleichen kann. Auch noch spannend, zumal Michael Kordahi auf der Startseite verlauten lässt, Bing sei dabei Google in den Bewertungen zu schlagen, allerdings könnte man dann ja auch mal einen Außenseiter in den Vergleich mit aufnehmen, oder?
Blekko sagte mir bis zu diesem Artikel auf neunetz nichts, bietet aber neben ganz passablen Suchergebnissen auch einen Vergleich mit Bing und Google an. Dazu muss einfach der “Slashtag” “/monte” an den Suchbegriff angehängt werden und schon bekommt man einen dreispaltigen Vergleich der hauseigenenen blekko-Ergebnisse und denen von Google und Bing.
Spannend das mal stichprobenartig für ein paar Begriffe zu machen und strichlistenmäßig mitzuzähen für welchen der drei Kandidaten man sich am häufigsten entscheidet. Bei mir halten sich Bing und Google erstaunlicherweise so ziemlich die Waage. Wichtig zu beachten: Man bekommt Vorzugsweise die englischen Suchergebnisse präsentiert, für einen richtig aussagekräftigen Vergleich in deutscher Sprache müsste man also idealerweise dann doch unter bewusstsein von welcher Suchmaschine die Ergebnisse kommen vergleichen.
Den Ergebnissen nach könnte ich mich also auch mal an Bing herantrauen, derzeit bin ich aber mit einer Mischung aus “DuckDuckGo” und Google via Proxy auch ganz zufrieden.
Warum Google über einen Proxy? Gerade in Anbetracht der zum 1. März 2012 in Kraft tretenden Datenschutzbestimmungen von Google ist es umso wichtiger sich mit den Daten die von Google erfasst werden Gedanken zu machen. Durch mein Android-Smartphone und die Nutzung des Google Readers bin ich da definitiv kein unbeschriebenes Blatt mehr, aber meine täglichen Suchen müssen da nicht noch dazukommen.
Es lohnt sich also sich mit den Suchergebnissen und Datenschutz von Google und der Konkurrenz auseinanderzusetzen. Der Vergleich von “blekko” ist da, trotz englsicher Ergebnisse, ein ganz gutes Mittel.
Was hat der Vergleich bei “blekko” bei dir ergeben? Nutzt du Google mit irgendwelchen Vorkehrungen zur Sicherung deiner Privatsphäre? Was macht gute Suchergebnisse für dich aus, und was ist dein Killerargument für oder gegen die Ergebnisse von Bing oder Google?


Von den reinen Suchergebnissen her ist der Unterschied zwischen Google und Bing tatsächlich kleiner geworden. Aber: Die Präsentation und die Aufbereitung der Suchergebnisse gefällt mir bei Google einfach besser.
Beispiele:
- Ich suche nach einem bestimmten Begriff. Google durchsucht hier nicht nur Webseiten mit diesem Begriff, sondern zeigt mir gleich aktuelle News zu diesem Thema an (z.B. bei der Suche nach “Griechenland”) – Bing macht dies (trotz eigener News-Suchmaschine) nicht.
- Ich suche nach einem bestimmten Restaurant: Google zeigt mir rechts eine entsprechende Google-Maps-Karte – Bing nicht (obwohl dies technisch auch bei Bing möglich wäre).
Besondere Vorkehrungen hinsichtlich Datenschutz – mal von entsprechenden Einstellungen bei Google oder anderen Diensten selbst – betreibe ich hinsichtlich Google nicht. Grund: Auch ich nutze Android, ich nutze Google Mail, Google Reader, G+, teilweise Google Docs, etc. Und zwar einfach deshalb, weil ich von den Diensten überzeugt bin. Dass mich das zu einem “Ideal-Kunden” für Google macht: Dessen bin ich mir spätestens seit Android bewusst, da machen ein paar zusätzliche Suchen bei Google auch nichts mehr aus.
Während ich somit bei Google der “perfekte gläserne Kunde” bin, versuche ich andere Dienste möglichst restriktiv zu verwenden: Ich bin noch bei Twitter unterwegs, sonst in keinem weiteren sozialen Netzwerk (kein Facebook, VZ und was es noch so gibt). Bei anderen Diensten melde ich mich nur dann an, wenn es garnicht mehr anders geht (gemäß dem Motto: Möglichst alles bei Google, die wissen eh schon alles über mich, restliche Dienste sehr restriktiv verwenden). Kunden-/Bonuskarten meide ich. Third Party Cookies werden generell blockiert.
Die ist sicherlich nicht für jeden passend und befriedigt nicht jedermanns Bedürfnis hinsichtlich Datenschutz, aber ich “fühle” mich damit momentan ganz gut.
Holla, Danke für deinen ausführlichen Kommentar!
Mit der Aufbereitung der Ergebnisse triffst du einen guten Punkt, der mich vermutlich auch daran hindert Bing zu meinem Standard zu machen. DuckDuckGo, das zumindest für einfachere Suchanfragen gerade meine Anlaufstelle ist, hat zumindest bei vielen Begriffen die wichtigsten Fakten in einer Infobox oben zusammengefasst. Was ich gerade mal nachgeschaut habe: Bing bindet seine Map-Ergebnisse vereinzelt und dann sogar mit Karte ein, aber nie ganz oben. Unverständlich.
Bezüglich Google gibt es denke ich sehr viele die Google als einen “guten Datenriesen” ansehen und im Prinzip ist ja durch die Größe und den Ruf den Google hat auch ein gewisses Maß an Sicherheit für die Daten gewährt. Ein Datenleck bei Google gäbe Schlagzeilen die man sich gar nicht ausmalen möchte!
Ich habe mich trotzdem dazu entschieden meine Daten etwas auf verschiedene Dienste zu verteilen, um nirgendwo der “komplett Gläserne Kunde zu sein”. Ob das jetzt so ideal ist überall ein bisschen gläsern zu sein ist natürlich auch fraglich…
Unabhängig davon versuche ich eben innerhalb der Dienste die ich nutze das Tracking möglichst gering zu halten, sprich: Tracking-Cookies blocken, Facebook mobil nicht per App nutzen und eben Google am Desktop über einen Proxy. Einfach nur, weil es diese Möglichkeiten gibt die Daten die ich preis gebe etwas einzuschränken.
Ich denke solange man sich Gedanken zu diesem Thema macht und sich überlegt womit man selbst klar kommt (vielen gefällt die Datensammelei ja auch in Anbetracht personalisierter Werbung, etc.) läuft alles richtig. Nur Gedankenlos sollte man mit der “Währung” Daten nie umgehen. ;)
Ich hatte eine ganze Zeit Altavista genutzt aber da dauert es gefühlt ewig bis ein Suchergebniss kommt! Vom aussehen war es immer wie google!
Mit anderen Worten ich bin nun wieder bei google gelandet und bin auch immer eingeloggt! Kann man schneller den Reader erreichen ich dem deine Seite nun auch ist!
Gruss Daniel
Na dann mal Willkommen und Danke fürs Aufnhemen in den Reader!
Mit der Geschwindigkeit habe ich mich jetzt noch garnicht auseinandergesetzt, bei meiner Stichprobe gerade war Altavista gefühlt sehr schnell aber das variiert wahrscheinlich auch. Ich lande eher immer wieder bei Google wenn ich mit DuckDuckGo nicht so das wahre finde. Da macht sich dann im Hinterkopf immer der Gedanke breit, dass sich da mit Google bestimmt was passendes findet. Ob das dann auch so ist, steht auf einem anderen Blatt…
Für mich ist und bleibt Google die Suchmaschine der Wahl. Da ich meist eh im ausgeloggten Zustand suche, können sie (zumindestens nicht ganz so einfach) meine Suchbegriffe meinem Profil zuordnen.
Darüber hinaus finden diese ganzen kleineren Alternativen wie blekko oder DuckDuckGo nichtmal gescheit meinen eigenen Blog und wie soll man so eine SuMa ernst nehmen?
Das mit dem ausgeloggten Zustand finde ich vernünftig. Relevanz ist wie schon gesagt so eine Sache. Wer über Suchmaschinen auf mein Blog stößt tut das bei mir auch meist über Google, das komische ist dass ich bei den entsprechenden Keywords bei alternativen Suchmaschinen gar nicht unbedingt schlechter dastehe.
Ich erwische mich aber auch häufig dabei, dass ich bei DuckDuckGo ein “!g” an den Suchbegriffe anhänge um doch nochmal bei Google zu schauen…
Auch wenn das selten noch zu großartigen neuen Seite führt.